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Um besser über die Runden zu kommen |
| Erstellt von Administrator (Moritz) am 06 Jan 2011 um 17:18 |
In Deutschland leben zurzeit rund eine Million hilfsbedürftige Menschen,
davon sind ein Viertel Kinder und Jugendliche. Bertha W. (47) ist
eine der von Armut Betroffenen. Nach dem Tod ihres Mannes ist sie in die
Arbeitslosigkeit gerutscht und bekommt seitdem Arbeitslosengeld II.
»Ich bin schon seit Jahren auf die Tafel angewiesen«, erklärt sie. Nur
so kommt sie über die Runden. An fünf Tagen der Woche haben
hilfsbedürftige Menschen, wie zum Beispiel die Empfänger von Hartz-IV-
oder Sozialhilfeleistungen, Familien mit geringen Einkommen und
Asylbewerber ohne eigenes Einkommen die Möglichkeit, bei der
Darmstädter Tafel in der Bismarckstraße/Ecke Feldbergstraße eine
Mahlzeit für 50 Cent zu erhalten - gegen einen amtlichen Nachweis ihrer
Hilfsbedürftigkeit. Die tatkräftigen Mitarbeiter bestehen aus
ehrenamtlichen Helfern.Die Mitarbeiter achten streng
darauf, dass die qualitativ einwandfreien Lebensmittel rechtzeitig vor
dem Mindesthaltbarkeitsdatum bei der Essenausgabe ausgeteilt werden. Die
Lebensmittel verdanken sie in erster Linie der Zusammenarbeit mit
Gastronomen, Lebensmittelhändlern und Kantinenbetreibern vieler
Unternehmen, die noch Verwendbares rechtzeitig aus den Regalen holen und
es der Tafel spenden. Um auch ein stets reichhaltiges Angebot an
frischem Obst und Gemüse zur Verfügung stellen zu können, hat die
Darmstädter Tafel im Hinterhof ein speziell klimatisiertes Obst- und
Gemüsehaus eingerichtet. Die Gäste der Tafel können neben dem
warmen Essen auch an drei Tagen Lebensmittel in einem bedarfsgerecht
zusammengestellten Warenpaket zum Preis von einem Euro erhalten. Denn am
Wochenende hat die Küche geschlossen.Die Küche der Tafel wird
ebenfalls mit Lebensmitteln beliefert, aus denen dann die täglichen
Mahlzeiten zubereitet werden. Um die Tafel erhalten zu können, sind
unterstützende Spenden und bereitwillige Helfer nötig. Jeder kann
Mitglied des Vereins werden und dessen Arbeit mit einem Jahresbeitrag
von mindestens 30 Euro fördern.Zahlreiche Unternehmen spornt der
bewährte Grundsatz »Tue Gutes und rede darüber« an, der Tafel zu helfen.
Sei es mit Essensspenden oder mit Events oder Benefiz-Konzerten.Auch
an Schulen können die Schülerinnen und Schüler der Tafel etwas Gutes
tun: Sie können bei der jährlichen Nikolausaktion Mitschülern
Schoko-Nikoläuse schicken - oder stattdessen einen Euro an die Tafel
spenden.Die Arbeit der Tafel spricht sich herum - so werden immer
mehr hilfsbedürftige Menschen aufmerksam und nutzen das ihnen zur
Verfügung gestellte Angebot.