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Letzter Rettungsanker

Erstellt am 16 Apr 2008 um 18:06
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Quelle: Echo Online vom 21.01.2008

„Es ist beschämend, dass wir so etwas wie die Tafel überhaupt nötig haben“, sagte Walter Hoffmann in seiner Laudatio. Aber er betrachte sie als eine wichtige „Robin-Hood-Organisation“, die von der Stadt auch weiterhin ideell und finanziell unterstützt werde. Am Samstag überreichte Heiko Blabusch, Vorsitzender der Freimaurerloge „Johannes der Evangelist zur Eintracht“, Gert Wentrup vom Verein „Darmstädter Tafel“ den „Humanitären Preis“ der Loge, verbunden mit einem Preisgeld von 3000 Euro. „Johannes der Evangelist zur Eintracht“ wurde am 5. August 1816 von Großherzog Ludwig I gestiftet. Von Anfang an hat die Freimaurerloge die geistige Freiheit auf ihre Fahnen geschrieben. Unter den Logen-Brüdern finden sich Namen wie Georg Moller, der von Anfang an dabei war, oder Wilhelm Leuschner, den die Nazis 1944 ermordeten. Seit 2002 zeichnet die Loge mit dem „Humanitären Preis“ gemeinnützige Initiativen in Darmstadt aus. „Wir sind zwar immer noch ein Geheimbund“, erläutert Blabusch, „aber wir sind ein eingetragener Verein mit demokratischer Satzung.“ Selbst im Internet könne man sich über die Strukturen der Loge informieren. Man verstehe sich heute als symbolischen Werkbund, der „am Tempel der Menschlichkeit“ arbeite. Dabei spielen Freundschaft, Tradition und Humanismus eine tragende Rolle. „Diese Ideale sind um so wichtiger in einer Stadt, in der 140 Nationen zu Hause sind“, sagte Oberbürgermeister Hoffmann. Darüber hinaus begrüße er ausdrücklich private Initiativen, wie den „Humanitären Preis“.

Die „Darmstädter Tafel“ existiert seit über zehn Jahren. Ehrenamtliche Mitarbeiter sammeln in der Gastronomie, im Einzelhandel und in Bäckereien Lebensmittel, die aussortierte werden, aber immer noch zum Verzehr geeignet sind. Davon wird montags bis freitags ein Mittagessen für Bedürftige gekocht. Außerdem verteilt der Verein donnerstags und freitags Lebensmittel an jeweils 100 bis 150 Personen.

„Das ist für viele der letzte Rettungsanker“, sagte Hoffmann. Die „Darmstädter Tafel“ richte sich bewusst gegen die Ausgrenzung der Armen und leiste so einen Beitrag zur Menschenwürde. Im März wird die „Darmstädter Tafel“ in der Bismarckstraße neue Räume beziehen. „Natürlich sind dafür Investitionen nötig, beispielsweise für die Küche“, merkte Wentrup an. Da kommen 3000 Euro wie gerufen.

Deshalb ist der Preis auch für Hoffmann mehr als eine Geste. Er möchte, dass Darmstadt eine soziale Stadt bleibt. Deshalb zollte er der „Tafel“ das höchste Lob, das ein Stadtoberhaupt zu vergeben hat: „Die Tafel hat sich um Darmstadt verdient gemacht.“
 

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