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Ein "Glücksfall" wird gefeiert

Erstellt am 16 Apr 2008 um 18:17
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Quelle: Echo Online vom 09.04.2008 (mit Bild)


BISMARCKSTRASSE 100: Das ist, zumindest im Erdgeschoss, das neue Domizil der Darmstädter Tafel. In den oberen Stockwerken des Hauses sollen Wohngruppen für Obdachlose eingerichtet werden. Bis die Immobilie im Januar 2008 gefunden war, hatte die Darmstädter Tafel zwei Jahre vergebens nach einer neuen Bleibe gesucht. Die alte in der Pallaswiesenstraße 184 muss einer Straßenbaumaßnahme weichen. (Foto: Roman Größer)

 

Alle Beteiligten schauen optimistisch in die Zukunft. Solches kann man vergleichsweise selten berichten. Der vorliegende Fall jedoch macht es möglich: Im Altbau in der Bismarckstraße 100 findet der Verein Darmstädter Tafel ausreichend Fläche für Lager, Tafelküche und den Gastraum für die mit warmem Essen versorgten Obdachlosen, der Verein „Horizont“ kann im gleichen Haus Einzelzimmer für Nichtsesshafte einrichten und diese speziellen Mieter im Auftrag der Stadt unterstützen und betreuen, und die Stadt Darmstadt letztlich sieht mit der so genutzten Immobilie alle Chancen für die Entwicklung eines lokales Netzwerk der Obdachlosenhilfe. Lage und neue Funktion des Hauses gelten inzwischen bei allen Beteiligten als „Glücksfall“.

In ihren alten Räumen in der Pallaswiesenstraße 184 wirkte die Tafel seit Januar 1997. Doris Kappler, die die Tafel 1995 initiierte, ist im Höchstmaße erleichtert über den Umzug. Nun stehen zur Versorgung von Bedürftigen – täglich kommen zwischen 60 und 120 herein – 135 Quadratmeter im Erdgeschoss zur Verfügung. Gleichermaßen wichtig, sagt Kappler bei einem Rundgang durchs Haus, seien die Lagerkapazitäten im Keller. Rund 70 Quadratmeter des trocken-kühlen Altbaukellers werden nun zum jeweils kurzfristigen Lebensmittel-Zwischenlager, gekrönt von einem Sechs-Quadratmeter-Kühlhaus, das bei beständigen drei Grad ansonsten schnell Verderbendes frisch halten kann. „Alles viel besser als in der Pallaswiesenstraße“, resümiert Kappler.

Im Innenhof des Gebäudes fällt der Blick auf die Renovierungs- und Sanierungsarbeiten in den Stockwerken darüber. Sieben Wohnungen werden neu hergerichtet und dann in Einzelzimmerbelegung für bedürftige Obdachlose zur Unterkunft. Katharina Zielke wird dort mit ihrem Verein „Horizont“ insgesamt 18 Nichtsesshafte zurück in ein sesshaftes Leben begleiten können, und zwar mit professionellem Personal.

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