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„Geben ist keine Einbahnstraße“

Erstellt am 16 Apr 2008 um 18:08
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Quelle : Echo Online vom  05.10.2007 (mit Bild)

Doris Kappler, Dr. Wolfgang Kauder und Dr. Hans-Joachim Landzettel sind die diesjährigen Gewinner der Aktion „Heiner mit Herz“. In einer gemeinsamen Initiative haben die Darmstädter Privatbrauerei und das ECHO Menschen gesucht, die sich besonders für ihre Stadt und ihre Mitbürger engagieren

Aus den rund 80 eingegangenen Vorschlägen wählte eine Jury zunächst sieben Kandidaten, aus denen die Leser der ECHO-Zeitungen ihren „Heiner mit Herz“ wählen konnten. Mehr als 1300 Menschen beteiligten sich in diesem Jahr an der Wahl und gaben ihre Stimme für ihren Favoriten ab.

Am Freitagabend wurden die Gewinner beim Bockbieranstich der Darmstädter Privatbrauerei im Braustüb’l geehrt. „Die Beteiligung bei der Abstimmung war enorm und es war ein enges Rennen in diesem Jahr“, betonte Brauereichef Wolfgang Köhler bei der Preisverleihung.

Dass bürgerschaftliches Engagement viel bewegen kann, zeigten alle drei Preisträger, die für ihren Einsatz im sozialen Bereich ausgezeichnet wurden: Doris Kappler gründete vor zwölf Jahren die Darmstädter Tafel. Mittlerweile bietet der Verein mit seinen ehrenamtlichen Helfern einen kostenlosen Mittagstisch und eine professionelle Lebensmittelausgabe für Bedürftige.

Kinderarzt Dr. Hans-Joachim Landzettel hatte gleich doppelten Grund zur Freude: Einen Tag zuvor war er für sein Engagement mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden. „Heiner mit Herz“ wurde er für seinen jahrelangen Einsatz für sozial Schwächere. Als niedergelassener Arzt behandelte er mittellose Patienten kostenlos. Derzeit hilft er vor allem schwer kranken Kindern aus Kabul und unterstützt die Vereinigung Kindernetzwerk, eine Vernetzung der Selbsthilfegruppen für Kinder mit seltenen Krankheiten.

Der dritte Gewinner, Dr. Wolfgang Kauder, rief vor zwei Jahren eine Sprechstunde für Menschen ins Leben, die nicht krankenversichert sind und sich medizinische Versorgung eigentlich nicht leisten können. Unterstützt wird er dabei vom Marienhospital und dem Malteser Hilfsdienst. Inzwischen hat er ein Netzwerk von Darmstädter Ärzten aus verschiedenen Fachrichtungen aufgebaut, die den Internisten bei seiner Arbeit unterstützen.

„Wenn man mit einer Region verbunden ist, darf man nicht passiv sein, sondern sollte sich aktiv beteiligen“, hob Köhler die Bedeutung des Ehrenamts noch einmal hervor. Gemeinsam mit Jörg Riebartsch, dem Chefredakteur der ECHO-Zeitungen, überreichte er den Gewinnern die Urkunden, eine Dankes-Plakette und einen Scheck im Wert von je 1500 Euro.

Neben den „Heinern mit Herz“, die in einer öffentlichen Abstimmung gewählt wurden, wurde am Freitagabend noch eine weitere Auszeichnung verliehen: Der Sonderpreis des „Lokalpatrioten“, der von der Jury vergeben worden war, ging an Günter Körner, der einmal wöchentlich als „Riwwelmaddhes“ in den ECHO-Zeitungen in Mundart über die kleinen Probleme des Alltags sinniert. „Für die Förderung und Unterhaltung der Darmstädter Mundart“, erklärte Koehler. Der „Lokalpatriot“ habe sich in ganz besonderer Weise um Darmstadt verdient gemacht, denn Mundart sei etwas Besonderes, das helfe, auf dem Boden der Heimat zu bleiben. Der Preis ist mit 3000 Euro dotiert.

„Geben ist keine Einbahnstraße, man bekommt immer wieder etwas zurück“, erklärte Köhler. In Darmstadt gebe es noch viele Menschen, die sich im Verborgenen für ihre Mitmenschen und ihre Heimat engagieren. Daher werden sich die Darmstädter Privatbrauerei gemeinsam mit dem ECHO auch im nächsten Jahr wieder auf die Suche machen nach diesen ehrenamtlichen Helfern, schloss Riebartsch.
 

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