Neuigkeiten/Presse
Vom Azubi bis zum Chef: Alle tun was für die „Tafel“ |
| Erstellt von Administrator (Moritz) am 18 Jul 2011 um 12:40 |
„Glücksbringer“ steht auf einem der Kühlautos, mit denen die
gespendeten Grundlebensmittel zur Darmstädter Tafel in der
Bismarckstraße transportiert werden. Dort, in den Räumen einer
ehemaligen Gaststätte, bekommen an Wochentagen 60 bis 80 notleidende
Besucher frisch zubereitete Mahlzeiten.
Gerade für die Älteren
unter ihnen ist die Tafel so etwas wie ein zweites Wohnzimmer und
eine wichtige soziale Kontaktstelle geworden. Etwa 120 Besucher holen
montags, mittwochs und freitags kostenlose Lebensmittel ab.
„Die
Armut wird größer, und die Endstation sind wir“, sagte gestern die
Leiterin und Gründerin der Tafel, Doris Kappler. Ohne Spenden und einen
Zuschuss der Stadt könnte diese soziale Einrichtung trotz der 40
ehrenamtlichen Mitarbeiter nicht über die Runden kommen. Monatlich
fallen 9000 bis 10 000 Euro fixe Kosten an.
Die Firma Schenck
Process unterstützt die Tafel – vorerst auf drei Jahre beschränkt – mit
jährlich 3000 Euro, die für den Betrieb und die Versicherung der
glücksbringenden Kühlautos bestimmt sind. Ein entsprechender Vertrag
wurde gestern unterzeichnet.
Schenck-Process-Personalchefin Pia
Heintz-Kästner und Geschäftsführer Norbert Geilen sagen, dass sich die
Firma ganz bewusst für ein regionales gemeinnütziges Projekt
entschieden habe. Es ist ihnen wichtig, die Tafel auch unter den
Mitarbeitern bekannter zu machen. Im Dezember konnten diese unter dem
Motto „Weihnachten im Schuhkarton“ Päckchen für die Kinder der
Tafel-Besucher packen. Im Eingangsbereich der Firma gibt es eine
Spendenkasse. Manche Mitarbeiter sind inzwischen sogar
„Tafel“-Fördermitglieder geworden.
Und schließlich ist vorgesehen,
dass alle Auszubildenden von Schenck Process einen Tag lang der
Wirtschaftsleiterin und Hauptköchin Ursula Summer bei der Ausgabe von
Mahlzeiten oder Lebensmitteln helfen und auf diese Weise Einblicke in
eine ihnen völlig fremde Welt bekommen. Neun haben bereits die
Erfahrung gemacht, dass der Ton bei der Tafel „rau, aber herzlich“ ist.
Bisher holten drei Zivildienstleistende die Lebensmittel von den
Supermärkten und Bäckereien ab. Doris Kappler hofft, dass sie bald
Ersatz für diese Zivis bekommt und in Kürze zwei
Bundesfreiwilligen-Dienstler die für das Funktionieren der Tafel so
wichtige Aufgabe übernehmen.
Zurück